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Steueroptimierung Strategien

5 legale Strategien zur Steueroptimierung für Privatpersonen

Steuern sind ein unvermeidlicher Teil unseres Lebens, doch das bedeutet nicht, dass wir mehr zahlen müssen als notwendig. In diesem Artikel stellen wir Ihnen fünf bewährte und vollkommen legale Strategien vor, mit denen Sie Ihre Steuerlast in Österreich im Jahr 2025 optimieren können. Diese Methoden basieren auf den aktuellen Steuergesetzen und können Ihnen helfen, erhebliche Beträge einzusparen.

Strategie 1: Werbungskosten maximieren

Werbungskosten sind Ausgaben, die Ihnen im Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit entstehen. Das österreichische Finanzamt gewährt automatisch einen Pauschbetrag von 132 Euro pro Jahr, doch die meisten Arbeitnehmer können deutlich mehr absetzen. Zu den absetzbaren Werbungskosten gehören Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, Fortbildungskosten, Arbeitsmittel wie Computer oder Fachliteratur, Arbeitskleidung und sogar doppelte Haushaltsführung bei berufsbedingtem Zweitwohnsitz.

Beim Pendlerpauschale können Sie je nach Entfernung und Verfügbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel zwischen 696 und 3.672 Euro jährlich geltend machen. Für die Strecke Wohnung-Arbeitsplatz gilt: Unter 20 Kilometer können Sie das kleine Pendlerpauschale beanspruchen, wenn öffentliche Verkehrsmittel nicht zumutbar sind. Ab 20 Kilometer gibt es gestaffelte Sätze. Wichtig ist die genaue Dokumentation: Bewahren Sie alle Belege auf und nutzen Sie den Pendlerrechner des BMF, um Ihren exakten Anspruch zu ermitteln.

Auch Aus- und Fortbildungskosten sind vollständig absetzbar, sofern sie in direktem Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit stehen. Das umfasst Kursgebühren, Fachliteratur, Prüfungsgebühren und sogar Fahrtkosten zu Schulungsstätten. Eine Umschulung oder das Erlernen eines neuen Berufs fällt jedoch nicht darunter. Bei einem durchschnittlichen Steuersatz von 35 Prozent können Sie durch 1.000 Euro Werbungskosten immerhin 350 Euro Steuern sparen.

Strategie 2: Sonderausgaben clever nutzen

Sonderausgaben sind private Ausgaben, die das Finanzamt steuerlich berücksichtigt. Dazu zählen vor allem Versicherungsprämien, Spenden und Kirchenbeiträge. Bei Versicherungen können Sie bis zu 2.920 Euro pro Jahr als Sonderausgaben absetzen. Dazu gehören Lebensversicherungen, die vor 2016 abgeschlossen wurden, private Kranken- und Unfallversicherungen sowie freiwillige Weiterversicherungen in der Pensionsversicherung.

Spenden an begünstigte Organisationen sind bis zu zehn Prozent Ihres Jahreseinkommens absetzbar. Die gute Nachricht: Seit 2017 werden Spenden an registrierte Organisationen automatisch vom Finanzamt erfasst, Sie müssen also nichts weiter tun als spenden. Überprüfen Sie jedoch, ob Ihre Spende tatsächlich übermittelt wurde. Bei einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro können Sie also bis zu 4.000 Euro an Spenden absetzen, was bei einem Steuersatz von 35 Prozent eine Ersparnis von 1.400 Euro bedeutet.

Wohnraumschaffung oder -sanierung kann ebenfalls steuerlich begünstigt sein. Wenn Sie ein Eigenheim errichten oder thermisch sanieren, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen erhebliche Beträge absetzen. Für thermische Sanierungen gibt es einen Steuerfreibetrag, der sich nach den tatsächlichen Kosten richtet. Informieren Sie sich beim Finanzamt oder einem Steuerberater über die aktuellen Möglichkeiten.

Strategie 3: Außergewöhnliche Belastungen geltend machen

Außergewöhnliche Belastungen sind unvorhersehbare, zwangsläufige Ausgaben, die Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen. Dazu gehören Krankheitskosten, Pflegekosten, Begräbniskosten oder Kosten für eine Behinderung. Diese Ausgaben können Sie absetzen, sofern sie einen bestimmten Selbstbehalt übersteigen, der von Ihrem Einkommen und Ihrer Familiensituation abhängt. Der Selbstbehalt liegt zwischen einem und zwölf Prozent des Einkommens.

Besonders wichtig: Einige außergewöhnliche Belastungen wie Kosten für eine Behinderung oder Pflegekosten können ohne Selbstbehalt geltend gemacht werden. Das Gleiche gilt für Katastrophenschäden. Auch Kosten für auswärtige Berufsausbildung der Kinder, Kinderbetreuungskosten bis zum zehnten Lebensjahr und Kosten für die Erstellung einer Steuererklärung durch einen Steuerberater fallen unter diese Kategorie. Dokumentieren Sie alle Ausgaben sorgfältig mit Rechnungen und ärztlichen Bestätigungen.

Kinderbetreuungskosten sind besonders relevant für Familien. Sie können bis zu 2.300 Euro pro Kind und Jahr absetzen. Dazu zählen Kindergarten, Hort, Tagesmutter oder auch private Betreuung, sofern die betreuende Person oder Einrichtung über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Bei zwei Kindern und voll ausgeschöpftem Betrag ergibt sich bei einem Steuersatz von 35 Prozent eine Ersparnis von über 1.600 Euro jährlich.

Strategie 4: Steueroptimierte Kapitalanlage

Bei Kapitalerträgen fällt in Österreich die Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent an. Doch es gibt Möglichkeiten, diese Steuerlast zu optimieren. Nutzen Sie zunächst den Freibetrag für Zinserträge von 750 Euro pro Person. Wenn Sie mit Ihrem Partner zusammenleben, können Sie diesen Betrag verdoppeln, indem Sie Konten und Sparbücher entsprechend verteilen. Für Zinsen, die diesen Betrag nicht übersteigen, kann eine Rückerstattung der einbehaltenen Steuer beantragt werden.

Bei Verlusten aus Kapitalanlagen können Sie diese mit Gewinnen verrechnen. Wichtig ist, dass dies innerhalb derselben Depotbank geschehen muss. Planen Sie Ihre Verkäufe strategisch: Realisieren Sie Verluste noch im laufenden Jahr, um sie mit Gewinnen zu verrechnen. Ein Verlustvortrag ist möglich, allerdings komplex. Langfristige Investments in Aktien oder Fonds können steuerlich vorteilhaft sein, da Sie den Zeitpunkt der Gewinnrealisierung selbst bestimmen können.

Eine Buy-and-Hold-Strategie ermöglicht es Ihnen, Steuern bis zum tatsächlichen Verkauf aufzuschieben. Bei einer Haltedauer von zehn oder mehr Jahren profitieren Sie vom Zinseszinseffekt auf die nicht gezahlten Steuern. Auch die Wahl der richtigen Anlageform ist wichtig: Thesaurierende Fonds, die Erträge automatisch reinvestieren statt auszuschütten, können steuerliche Vorteile bieten. Informieren Sie sich bei Ihrem Bankberater über steueroptimierte Anlageprodukte.

Strategie 5: Immobilien steueroptimiert nutzen

Immobilien bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Steueroptimierung. Bei vermieteten Immobilien können Sie alle anfallenden Kosten als Werbungskosten absetzen. Das umfasst Finanzierungskosten, Instandhaltungsaufwendungen, Verwaltungskosten, Versicherungen und die Abschreibung des Gebäudes. Die Gebäudeabschreibung beträgt 1,5 Prozent pro Jahr für Gebäude, die nach 1915 errichtet wurden, und 2 Prozent für Neubauten ab 2023.

Besonders interessant ist die beschleunigte Abschreibung für Sanierungsmaßnahmen. Bestimmte Instandsetzungsaufwendungen in den ersten drei Jahren nach Kauf können über 15 Jahre verteilt oder sofort als Werbungskosten geltend gemacht werden. Wenn Sie eine Altimmobilie kaufen und umfassend sanieren, können so erhebliche Steuervorteile entstehen. Bei Sanierungskosten von 50.000 Euro können Sie jährlich 3.333 Euro absetzen, was bei einem Steuersatz von 42 Prozent eine jährliche Ersparnis von 1.400 Euro bedeutet.

Bei eigenem Wohnraum können Sie keine laufenden Kosten absetzen, jedoch profitieren Sie von der Hauptwohnsitzbefreiung bei einem Verkauf. Wenn Sie die Immobilie mindestens zwei Jahre als Hauptwohnsitz genutzt haben, fällt keine Immobilienertragsteuer an. Halten Sie die Immobilie mindestens zehn Jahre, reduziert sich die Immobilienertragsteuer bei einem Verkauf progressiv. Eine strategische Planung beim Immobilienkauf und -verkauf kann Zehntausende Euro Steuern sparen.

Praktische Umsetzung und Jahresplanung

Um diese Strategien optimal zu nutzen, ist eine vorausschauende Planung essentiell. Führen Sie über das gesamte Jahr hinweg Aufzeichnungen über alle potenziell absetzbaren Ausgaben. Erstellen Sie eine Checkliste mit allen relevanten Kategorien: Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Versicherungen, Spenden und Fortbildungen. Sammeln Sie die Belege systematisch, am besten in digitaler Form mit Backup.

Nutzen Sie digitale Tools oder Apps zur Belegerfassung, um keine Ausgabe zu vergessen. Es gibt zahlreiche kostenlose Apps, die Belege fotografieren und automatisch kategorisieren. Planen Sie größere Ausgaben strategisch: Wenn Sie beispielsweise wissen, dass Sie in einem Jahr mit höherem Einkommen eine teure Fortbildung benötigen, kann es sinnvoll sein, diese zeitlich so zu legen, dass sie die höhere Steuerbelastung ausgleicht. Auch bei größeren Anschaffungen für Ihre berufliche Tätigkeit sollten Sie überlegen, ob eine zeitliche Verschiebung steuerlich vorteilhafter wäre.

Häufige Fehler vermeiden

Bei der Steueroptimierung gibt es einige typische Fehler, die Sie vermeiden sollten. Der häufigste ist das Fehlen oder der Verlust von Belegen. Bewahren Sie alle Rechnungen und Nachweise mindestens sieben Jahre auf, sowohl digital als auch in Papierform. Auch unvollständige oder ungenaue Angaben in der Steuererklärung können problematisch sein. Nehmen Sie sich die Zeit, alle Positionen korrekt auszufüllen, oder lassen Sie sich professionell beraten.

Ein weiterer Fehler ist es, mögliche Absetzbeträge aus Unwissenheit nicht zu nutzen. Viele Steuerpflichtige verschenken Jahr für Jahr Geld, weil sie nicht alle Möglichkeiten kennen. Informieren Sie sich regelmäßig über Neuerungen im Steuerrecht oder konsultieren Sie einen Steuerberater. Die Kosten für diese Beratung sind übrigens ebenfalls als außergewöhnliche Belastung absetzbar. Bei komplexen Steuersituationen kann sich die Investition in professionelle Beratung schnell amortisieren.

Die Rolle der digitalen Steuererklärung

Seit 2025 bietet FinanzOnline erweiterte Funktionen, die Ihnen die Steueroptimierung erleichtern. Das System schlägt automatisch mögliche Absetzposten vor, basierend auf Ihren bisherigen Erklärungen und elektronisch übermittelten Daten. Versicherungsprämien, Spenden und Kirchenbeiträge werden automatisch vorausgefüllt, wodurch Sie Zeit sparen und sicherstellen, dass nichts vergessen wird.

Nutzen Sie auch die Möglichkeit der Antragsveranlagung. Wenn Sie ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit haben und der Lohnsteuerausgleich automatisch durchgeführt wurde, können Sie dennoch eine Steuererklärung einreichen, um zusätzliche Absetzbeträge geltend zu machen. Dies lohnt sich besonders, wenn Sie hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen hatten. Die Frist für die Antragsveranlagung beträgt fünf Jahre.

Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen

Die Optimierung Ihrer Steuerlast erfordert Planung, Dokumentation und Kenntnis der rechtlichen Möglichkeiten. Die fünf vorgestellten Strategien bieten erhebliches Einsparpotenzial, wenn sie konsequent und korrekt angewendet werden. Beginnen Sie am besten jetzt mit der systematischen Erfassung Ihrer Ausgaben und planen Sie vorausschauend für das kommende Steuerjahr.

Wenn Sie unsicher sind oder das Gefühl haben, dass Ihre steuerliche Situation komplex ist, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Investition in eine qualifizierte Steuerberatung zahlt sich oft mehrfach aus. Bei Your Money unterstützen wir Sie gerne bei der Entwicklung einer individuellen Strategie zur Steueroptimierung, die perfekt auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten ist. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Erstberatung und maximieren Sie Ihre Steuerersparnisse für 2025.